Herz Jesu Essen Frintrop - Abriss einer Kirche

Posted by Simon on November 26, 2008
Leben, Lokales

Am 15. September berichtete ich bereits über die Profanierung der ehemalig zu Herz-Jesu (später St. Josef) gehörenden Kirche auf dem Leoplatz in Essen Frintrop. Die geplante Übergabe des Grundstücks an die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH fand bereits zu Beginn des Monats statt. Nachdem ein Bautrupp die um die Kirche gewachsene Begrünung entfernt hat, rücken nun die schweren Geräte und Bagger an, um das ehemalige Gotteshaus dem Erdboden gleich zu machen. Wie auf dem Bild rechts zu sehen ist, wurde bereits die Sakristei und das linke Seitenschiff vollkommen abgerissen. Heute steht lediglich das Mittelschiff und der Glockenturm, welche aber wohl in ein paar Tagen auch nur noch Trümmerhaufen sein dürften.

Für mich kommt der Abriss -wenn auch schon länger angekündigt- recht plötzlich und als (fast) geborener Frintroper blutet mir auch als nur gelegentlicher Gottesdienstbesucher bei diesem Anblick das Herz. Wie mag es dann wohl erst Leuten gehen, die diese Kirche noch mit eigener Manpower erbaut haben, geheiratet oder ihre Kinder dort getauft haben? Jetzt ist von der Stelle des Taufbrunnen und des Beichtstuhls, die noch vor zwei Monaten im Seitenschiff gestanden hatten, nicht mehr viel übrig, denn es fiel dem voranschreitenden Abriss schon zum Opfer.

Umso makaber erscheint es nun, wenn man auf einschlägigen Immobilien-Seiten nach dem Standort Frintrop sucht: Die Aachener Immobiliengesellschaft inseriert bereits mit der auf dem Grundstück entstehenden Wohnfläche und hat auch Modell-Bilder und einen Lageplan in das Angebot eingebunden:

Unser Grundstück liegt am “Leoplatz” (ehemals Pfarrkirche Herz-Jesu) in Essen-Frintrop und ist bebaubar mit 20 Doppelhaushälften und 3 Reihenhäusern auf Kaufgrundstücken. Die Häuser sind voll unterkellert und werden mit einer Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung sowie ausgebautem Dachgeschoss angeboten. Die Wohnfläche beträgt ca. 136 m², die Kaufgrundstücke sind mit Größen von ca. 226 m² bis ca. 431 m² äußerst attraktiv und bieten Entfaltungsraum für die ganze Familie.

Zum Preis von knapp 240.000€ ist eine der Doppelhaushälften zu erstehen. Zusätzlich wird direkt ein Finanzierungsangebot gemacht, damit die Immobilien auch für jeden erschwinglich sind…

Auch wenn das alles der Lauf der Dinge zu sein scheint, für Frintroper geht mit dem Abriss der Herz-Jesu Kirche ein geschichtsträchtiges Bauwerk des Stadtteils für immer verloren. Es ist nur zu hoffen, dass der ursprünglichen Gemeinde das Pfarrheim am Leoplatz als Ort der Begegnung so lange wie möglich erhalten bleibt!

verwandte Artikel

Tags: , , , , , , , , , , ,

3 Kommentare to Herz Jesu Essen Frintrop - Abriss einer Kirche

Boris
26. November 2008

Den Bauzaun hatte ich am Freitag ja bereits gesehen, aber dass das inzwischen schon so weit gediehen ist mit dem Abbruch ist mir entgangen.

Werd ich mir heut abend mal ansehen vor der SFLR. Schon traurig irgendwie.

Naja, bleibt zu hoffen, dass wir nette und “tolerante” Nachbarn bekommen. ;-)

Buddy
26. November 2008

Es ist immer wieder traurig so etwas zu lesen, es geht immer weiter bergab.

Bombarde
8. Dezember 2009

Die Aachener Wohnungsbaugenossenschaft gehört zu 55% Anteilen dem Bistum Essen!…also Menschen - werdet wach. Alles Korruption durch die Kirchenfürsten. Herr Bischof Dr. Felix Genn hat die Herz-Jesu Kirche in Essen Frintrop einfach zusperren lassen - wahrscheinlich auch ohne Profanierungserklärung. (?) Oder hat die Jemand gesehen?…mit einer Profanierungserklärung hätte die Gemeinde in ROM klagen können. Bei allen Kirchen die im Bistum Essen einfach zugesperrt wurden - 90 ! an der Zahl - liegen keine solchen vor.
Herr Bischof Dr. Felix Genn tritt direkt in die Fussstapfen des SED-Regimes der DDR - sowie Walter Ulbricht der sich für die Sprengung vieler Kirchen einsetzte. Pfui - weg mit diesen Satanisten die sich in den Kirchenleitungen breit machen und dort leben wie die Maden im Speck und die Menschen belügen und betrügen - angeblich wäre kein Geld da. Sie aber verehren den schnöden Mammon und beten das goldene Kalb an. Genn residiert jetzt in Münster als Bischof - aber Gnade ihm Gott.
Als Christ schäme ich mich für diese Menschen zutiefst und bete für die Bekehrung solcher Kirchenfürsten - nicht nur im Bistum Essen!
Verfasst am 08.12.2009 Hochfest der unbefleckt empfangenen Gottesmutter und Jungfrau Maria

Einen Kommentar schreiben

WP_Big_City