Straßenbahn fahren - der Feind aller ÖPNV-Nutzer

Posted by Simon on Oktober 17, 2008
Fortbewegung, Leben

Das Wetter wird immer schlechter und so muss meine Vespa der Straßenbahn als Beförderungsmittel immer öfter weichen. Ich wohne quasi direkt an der Endstelle der Linie 103 der EVAG in Dellwig, was ja eigentlich eine gute Vorraussetzung sein müsste. Weit gefehlt, denn bis sich die Bahn ihren Weg über Gerschede durch Borbeck geschlängelt hat, vergehen gefühlte Stunden, bis ich dann endlich in der Stadtmitte bin, um zur Uni zu kommen. Durch das Fahren auf Schienen sind Straßenbahnen einfach vollkommen unflexibel, dadurch kommt es durch versperrte Wege so gut wie immer zu Verspätungen. Das fängt schon auf dem Weg zur ersten Haltestelle an (nur eine Schienenspur), wo die 103 sich fast jedes Mal an einem LKW vorbeiquetschen muss um ihre Fahrt fortzusetzen. Das kostet schon mal gut und gerne fünf Minuten, die dann auch nicht mehr aufgeholt werden können. Auch die Großbaustelle des Borthold-Beitz-Boulevard sorgte ständig für Verzögerungen - ist zwar vorbei, aber gebaut wird ja immer irgendwo. Als Student hat man damit weniger Probleme zu spät zu kommen, aber was soll ein regulär arbeitender Mensch tun? Er kann sich doch gar nicht auf die ÖPNV -vor allem Straßenbahnen- verlassen und muss im Prinzip immer eine Fahrt vorher nehmen, um nicht zu spät zu kommen. Ist die Bahn aber pünktlich, ist man fast immer zu früh, was ja auch nicht das Gelbe vom Ei ist. Außerdem fehlen die Alternativen, wenn man sich kein eigenes Auto leisten kann und man ist auf die Öffentlichen angewiesen und quasi abhängig. Und wenn dann sogar mal ein Unfall passiert, ist man sowieso aufgeschmissen, denn dann geht mindestens eine halbe Stunde lang gar nichts!

Wenn das alles wäre, könnte man das ja vielleicht verkraften, aber die Situation in den Straßenbahnen ist, besonders während der Schulzeit, nur schwer zu ertragen. Gegen die älteren Menschen kann man wohl nichts machen und die sind auch nicht allzu unangenehm, aber die heutigen Jugendlichen (ich hasse diese Formulierung) machen es einem echt schwer die Nerven zu behalten. Ich will mich darüber auch nicht zu sehr auslassen, denn jeder kennt die Situation, wenn man mit der Bahn fährt und man nicht weiß welchem der drei “musik”-spielenden Handys man nun sein Gehör schenken soll, um nicht komplett gaga zu werden. Da hilft meistens nur eins: Stöpsel ins Ohr und eigene Musik an! So kann mich eine solche Fahrt schon ganz schön stressen, aber was will man machen? Habt ihr vielleicht Ideen oder Vorschläge? Dann immer her damit ;)

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3 Kommentare to Straßenbahn fahren - der Feind aller ÖPNV-Nutzer

Buddy
17. Oktober 2008

Amen, Bruder! ;-)

Vorschläge hab ich leider aber auch nicht… außer gut “zu machende” In-Ear-Kopfhörer mit guter Musik und eventuell noch ein Buch für doppelte sensorische Ablenkung. Leider bleibt dann noch der olfaktorische “Genuss” der Bahnfahrt, der aber im Winter Gottseidank nicht so extrem schlimm ist wie im Hochsommer…

Simon
17. Oktober 2008

meinst du mit “olfaktorischem genuss” jetzt das übertrieben aufgetragene cocos-parfum der jungen damen oder den schweißgeruch/generellen gestank? :P

Buddy
18. Oktober 2008

Ui… an die fiesen übertriebenen overstyledten jungen Damen hab ich zuerst garnich gedacht… ja die machen auch im Winter “Freude”. :D

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